ich und meine tante  (Gelesen 9394 mal)

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Offline sternchen64

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ich und meine tante
11.07.10 20:01:19
hallo zusammen,
durch zufall - wie die meisten - bin ich auf diese seite gekommen.  :)

meine tante - 83 jahre alt - liegt seit einigen wochen nach einem schweren gehirnbluten im wachkoma.
am anfang hatte man sie ins koma gelegt, nach dem sturz. davon ist sie allerdings nicht richtig aufgewacht.
es war für uns alle ein großer schock, denn sie leidet auch unter demnez und alzheimer. wir hatten schon vorher mit ihr darüber gesprochen, das sie in einem pflegeheim besser aufgehoben wäre. sie ist die letzten monate überhaupt nicht auf die strasse gekommen.
nach dem sie von ihrer ärztin in die klinik eingewiesen wurde um auf andere medikamente umgestellt zu werden, passierte in der klinik der sturz.  :'( ich habe sie auf der its besucht - das war ein schock für mich. habe sie nicht wieder erkannt. dann inm pflegeheim - auch hier war ich über ihren zustand fix und fertig.
bei dem gesprächen mit den ärzten kam immer wieder das selbe heraus. kaum chancen das sie wieder erwacht und wenn dann nur mit schweren hirnschäden. wir wissen nicht was sie mit bekommt. zur entalstung wurde bei ihr ein luftröhrenschnitt gemacht. ernährt wird sie über eine magensonde die am bauch heraus kommt.

nun liegt sie seit 3 wochen in einem sehr guten pflegeheim der diakonie. in dieser zeit sind wir 2 mal angerufen wurden weil sie im sterben lag. der heute stand - sie hat sich wieder erholt.

die ungewissheit macht einen fertig. zum anderen bin ich ihre gesetzliche betreuerin. nun sind wir dabei ihre wohnung auzuräumen.
in ecke stecken erinnerungen. ihr mann - mein onkel - starb vor 5 jahren auch auf der its.
ihm habe ich am sterbebett versprochen mich um seine frau zu kümmern.
die letzten monate dreht sich alles um sie. ein eignes leben - was ist das???
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Offline Nicole26

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Re: ich und meine tante
11.07.10 21:35:09
Hallo Sternchen

Willkommen hier im Forum. Klingt ja nicht gut, wie es deiner Tante geht.. Den Schock kann ich gut nachvollziehen. Wie ein Mensch sich optisch verändert, wenn er bewusstlos ist, wahnsinn :-(
Mit der Trachealkanüle und der PEG-Sonde ja das wird in den meisten Fällen gemacht, weil auch der Großteil aller Patienten nicht mehr in der Lage sind, über den natürlichen Weg sich zu ernähren. Der Schluckreflex fehlt bei vielen Patienten und dadurch ist die Gefahr einer Aspiration also das Verschlucken viel zu hoch. Mit ganz viel Liebe und Betreuung von der Familie kann sie sich vielleicht noch ein Stück aus dem Wachkoma rausarbeiten, dass sie euch vielleicht wieder stärker wahrnimmt und in etwa Wohlsein oder Unwohlsein zeigen kann. Vielleicht wäre auch eine normale Ernährung wieder möglich aber große Sprünge in ihrem doch schon beachtlichen Alter wird sie meiner Erfahrung nach kaum machen... Kann das natürlich auch nur abwägen, da ich deine Tante ja nicht selber erlebe, aber die Genesung aus dem Wachkoma schwindet mit jedem Lebensalter und selbst Kinder haben es beachtlich schwer :-(
Aber wir sollten uns immer über die kleinsten Schritte freuen und so handeln, dass es zum Wohle des Patienten führt und nicht nur wir befriedigt sind. Aber sicher brauch ich Dir das nich erzählen... Wünsche Dir ganz viel Kraft

Liebe Grüße Nicole

Offline sternchen64

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Re: ich und meine tante
11.07.10 23:17:44
liebe nicole,

ganz lieben dank für deine netten worte.
da das pflegeheim der diakonie angehört, hatte ich letzte woche bei mir zu hause ein sehr gutes gespräch mit der pfarrerin.
sie meinte, das ich selber los lassen muss. ich soll versuchen langsam wieder in mein eigenes leben zurück kehren. tantchen ist in guten händen, diese gewissheit habe ich. nun wird es zeit los zulassen. ich habe meiner tante viele dinge vergeben, denn sie war nicht immer ein guter mensch.

vielleicht gelingt es dadruch auch meiner tante los zulassen. denn so wie es aussieht, ist es nur noch ein dahin siechen.
erst heute habe ich auch gesehen das sie tavur bekommt. damit liegt sie ruhig und es besteht nicht die gefahr das sie sich die kanüle heraus reisst.

ich träume sehr oft von meiner tante. es sind mit unter keine schöne träume. es arbeitet in mir.
ich selber habe kontakt zu meiner ehemaligen therapeutin aufgenommen, sie hat mich schon über den tot von meinem onkel vor 5 jahren geholfen und vor 2 jahren als mein lebenspartner plötzlich starb.

an meine arbeit und meine beiden jungs muss ich auch denken. nur gut das beide erwachsen sind und mir zur seite stehen.

ganz liebe grüße sternchen
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Offline Nicole26

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Re: ich und meine tante
11.07.10 23:32:00
Hey

Ist ja echt lieb, dass da jemand zu Dir nach Hause kommt...
Vielleicht bekommt sie das Tavor ja auch aus dem Grund, weil sie epileptische Anfälle hat... Ja ist nicht das schönste Medikament, vor allem, weil es den Patienten ja so beeinflusst. Aber wenn sie ihr damit erstmal helfen können, dann ist es vielleicht gut für sie...
Da hast du ja in den letzten Jahren auch schon ne Menge durchmachen müssen, das tut mir leid.
Da hast du völlig richtig entschieden, dir Hilfe von aussen zu holen. Jemand, der persönlich nichts damit zu tun hat, kann einen auf den Boden der Tatsachen holen, weil sie eben keine Gefühle einspielen lassen.. Ich bin jetzt auch gesetzliche Betreuerin von meiner Mom und ich weiß wie schwer es ist, Entscheidungen über ihr Leben und über ihren Tod zu treffen. Éin anderes Leben in der Hand zu haben ist grausam. Ich glaub es ist für Dich auch sehr hilfreich zu wissen, dass du ihr all die schlechten Zeiten verziehen hast. Es ist tausendmal schlimmer, jemanden gehen zu lassen ohne dass man vorher eine Aussprache halten konnte.

Offline sternchen64

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Re: ich und meine tante
12.07.10 08:47:34
liebe nicole,

du sprichts mir aus dem herzen  :)
meine tante hat keine kinder. sie und mein onkel waren früher meine "besseren" eltern. daher das innige verhältniss.

weißt du was das schlimme ist? ich habe noch sooo viele fragen an meine tante, aber antworten bekomme ich keine mehr.
es war vor dem sturz schon schwer mit ihr, durch ihre demenz und alzheimer. immer bekam man von ihr nur eine antwort "ich weiß nicht." . das war ihr standartsatz.

mit der verantwortung - da gebe ich dir völlig recht. man möchte nur das beste für die anderen. und immer wieder sucht man nach besseren möglichkeiten und bleibt dabei selber auf der strecke.
meine beiden jungs sind jetzt 26 und 27 jahre alt. wir haben super verhältniss zueinander. sie holen mich schon manchmal wieder auf den boden.

immer weider kommt bei mri die frage auf - WARUM - aber diese wort kennen wir hier nur zu gut.
auf dieses warum bekommen wir keine antwort.
der gelassenheitsspruch hilft mir nur teilweise. aber es ist immer ein versuch wert.

"... gibt mir gelassenheit dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann. dinge zu ändern, die ich ändern kann und die weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden. !"

liebe grüße sternchen
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Offline Nicole26

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Re: ich und meine tante
12.07.10 09:12:25
Hallo Sternchen

Der Spruch mit der Gelassenheit sollte vielleicht manchmal von Nutzen sein, aber im entscheidenden Moment vergess ich ihn dann immer wieder :-(
Meine Mom liegt nun auch schon wieder über eine Woche auf der ITS, hatte wieder einen Infekt und musste teilweise beatmet werden. Ich habe auch schon oft Gespräche mit den Ärzten geführt, weil die ja immer klip und klar wissen wollen, was ich zulassen möchte. Ich hab immer wieder mit mir zu kämpfen, weil ich ja im Interesse meiner Mom entscheiden möchte, aber es ist so verdammt schwer, endgültig loszulassen. Laut den Aussagen meiner Mom vor dem Vorfall hat sie das alles nie gewollt, weil sie schon immer gegen Lebensaufrechterhaltung war. Und es muss grausam für sie sein, sich von anderen überall anfassen und pflegen zu lassen, weil sie das alles nie gemocht hat. Dann ist aber wieder die Tatsache, dass sie jetzt schon 9 Jahre um ihr Leben kämpft, auch wenn es überhaupt nicht nach oben ging. Ich habe immer Angst, dass sie nur bleibt, weil sie vielleicht ein schlechtes Gewissen hat und uns nicht alleine lassen will. Es hat sehr viele schlechte Zeiten gegeben, und die Kindheit von meinen Geschwistern und mir war oftmals alles andere als friedlich und leicht. Aber sie hat auch vieles bereut das weiß ich und es gab ja auch zwischendurch Zeiten, wo sie richtig gut drauf war und man selber gemerkt hat, dass sie sich wohlfühlt. Das schlimme ist, dass ich damals erst zwölf war und die ganzen Hintergründe nie wirklich realisiert hab. Realisiert schon, aber ich hab nie versucht, Initiative zu ergreifen um alles in eine andere Richtung zu lenken. Nun konnten wir uns nie ausssprechen. Niemand konnte sich für irgendwas entschuldigen und ich konnte nie in einer reiferen Phase mit ihr über ihre Sorgen und Probleme sprechen. Sie hat es in ihrem Leben nie einfach gehabt und das tut mir unendlich leid und ich kann ihr nicht mehr aus der Sache raushelfen. Das belastet mich sehr zusätzlich zu ihrem jetzigen Zustand.

Offline sternchen64

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Re: ich und meine tante
12.07.10 19:58:37
liebe nicole,

auf viele fragen werden wir nie eine antwort bekommen. so schwer wie es und fällt, aber wir können entweder weiter darüber uns einen kopf machen und dabei selber zu grunde gehen, oder aber wir akzepieren die dinge die wir nicht ändern können. das ist leicht geschrieben als getan.

heute war wieder so ein tag ... ich mußte einiges für sie erledigen. wieder entscheidungen treffen.
nun habe ich den rechtsanwalt wegen der wohnung von ihr eingeschaltet. der verwieter möchte 3 monate weiter miete + eine komplett neu renovierte wohnung!!!
mein anwalt hat sich der sache angenommen.

ich möchte so schnell wie möglich die wohnung abgegen. zu viele erinnerungen kommen hoch. ich glaube erst dann komme ich langsam zu ruhe.

betreuer sein - ist keine leichte aufgabe, vorallendingen wenn es um unsere angehörigen geht.
manchmal frage ich mich warum ich dies überhaupt mache.
aber dann schaltet sich mein gewissen ein, weil ich ja meinem onkel das versprechen gegeben habe.

ich wünsche dir ganz viel kraft liebe nicole.
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Offline sternchen64

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Re: ich und meine tante
15.07.10 19:28:10
meine lieben freunde,

mein tante hat heute mittag den kampf verloren.
sie ist eingeschlafen.  :'( :'( :'(

es ist ein großer schock. der anblick von ihr.... den werde ich nie vergessen.

euer sternchen
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Offline Nicole26

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Re: ich und meine tante
16.07.10 01:38:14
Hallo Sternchen.

Oh man ich weiß nicht genau, was ich Dir sagen soll. Vielleicht, dass es mir unendlich leid tut, dass sie in diesem Zustand diese Welt verlassen musste. Es ist sehr tr  ???aurig , wenn sich ein Mensch nicht mit den Worten verabschieden kann, welche er seiner Familie gern noch auf den Weg gegeben hätte.

Ich hoffe, sie findet nun ihre Ruhe und ihren Frieden, den sie sich immer gewünscht hat. Sie soll diesen letzten Abschnitt nicht mit in die Ewigkeit nehmen. Das wäre nicht fair, niemand hat so ein Ende verdient.

Ich drück Dich ganz doll und wünsche Dir und deiner Familie nun ganz viel Glück und Kraft. Ihr steht das durch. Alles alles Gute, haltet den Kopf oben, es muss weiter gehen.

Liebe Grüße und mein herzliches Beileid  :(

Offline sternchen64

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Re: ich und meine tante
17.07.10 09:28:20
Liebe Nicole,

ganz ganz lieben Dank für Deine lieben Worte.

Ja Du hast recht, es gibt noch so vieles was ich ihr gern sagen möchte... aber es geht nicht mehr.

Im Moment stehe ich voll unter Strom. Vieles muss noch erledigt werden. Die nette Frau vom Beerdigungsistitut hat mir gestern den guten rat gegeben, wenn alles vorbei ist, einen ausgiebigen Urlaub zu machen.
Raus aus allem, raus aus der Tretmühle, mal etwas anderes sehen. Auf andere Gedanken kommen.

Nachts kann ich nicht schlafen. Ich sehe jedesmal ihr Bild vor mir. Es war kein schöner Anblick.
Da leider nicht ganz geklärt war, warum meine Tante im Krankenhaus damals gestürzt war, war die Polizei und die Kripo da. Erst nach 1,5 Stunden konnte ich zu ihr.
Die Gerichtsmedizin hat leider NICHT die Augen und den Mund zugemacht!!!
Nun kannst Dur Dir vielleicht ein Bild machen was ich und mein Freund gesehen haben. Es war grauenhaft.  :'(

Heute geht es die Wohnung weiter ausräumen, damit wir auch das bald hinter uns haben.

Es ist ein eigenartiges Gefühl das Handy nicht mehr immer bei sich  haben zu müssen. Nicht mehr zu warten das das Heim anruft.

Ganz liebe Grüße
Sternchen
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Offline Nicole26

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Re: ich und meine tante
17.07.10 14:51:10
Hallo Sternchen

Ich sag mal so, vorstellen kann man sich vieles, aber erlebt haben es die wenigsten. Ich find es sehr respektlos von der Gerichtsmedizin, sie so liegen zu lassen. Ich hoffe, es klärt sich bald in aller Ruhe, warum es zu dem Sturz gekommen ist. Noch ewig damit konfrontiert zu werden, ist noch mehr Druck und noch mehr Last. Es ist aber schön zu wissen, dass Du das alles schaffst, auch wenn es Dir dabei total schlecht geht. Der verlust, die Gedanken, die Beerdigung, Famile, die Wohnung, alles unter einen Hut bringen, man oh man. In Stresssituationen ist man zu sehr vielem fähig, aber dabei merkt man meist nicht, wieviel Kraft das einem raubt. Ich hab Angst, dass ich komplett durchdrehe, wenn es bei meiner Mom soweit ist. Ich glaube auch, dass du danach erstmal Urlaub machen musst. Dein Körper muss wieder soviel Kraft aufbauen.. Nur so kann man stark genug sein, nach vorn zu schauen, nicht zurück. Ich drück Dich ganz doll, du schaffst das und ich hab immer ein Ohr offen...

Der Arzt hat mich vorhin auch gerade angerufen. Die Ureterschiene zur Unterstützung vom Urinabfluss funktioniert nicht mehr so richtig und ist wohl auch bisschen verrutscht. Nun wollte er das korrigieren, aber ist eben wieder ne kleine NArkose notwendig. Er hat mich gefragt, ob ich das machen lassen will. Bei jedem "normalen" Patient würde er es tun, wenn ich es aber lassen würde, aufgrund dessen, dass es ja auch ne kleine lebenserhaltende Maßnahme ist, würde sie nen Harnwegsinfekt, danach eine Sepsis und zuletzt eine Urämie bekommen und daran sterben... Wahnsinn, dass man die Entscheidung in der Hand hat, dass man durch wenige Worte ein Leben binnen Tage oder Wochen beenden könnte, grausam :-( Hab ihm die Erlaubnis gegeben, den Eingriff zu machen, da er mir ja auch sagte, dass er das bei jedem anderen Patient auch machen würde..... Sie tut mir echt so leid und ich weiß noch nicht mal ob sie mich dafür hasst oder dankbar ist, dass ich diese Entscheidung getroffen hab :-(


Liebe Grüße Nicole

Offline sternchen64

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Re: ich und meine tante
18.07.10 11:47:09
Liebe Nicole,

ich weiß was Du durch machen tust. Wir als Betreuer - und gerade von Familienangehörigen - haben es besonders schwer. Welche Entscheidung ist die Richtige? Machen wir alles Richtig? Ist es im Sinne des Kranken?
Genau diese Fragen habe ich auch durch gemacht.
Als meine Tante auf der ITS nach ihrem schweren Sturz lag, stand ich auch vor sehr vielen Entscheidungen.
Ich habe mit verschiedenen Ärzten gesprochen und jeder gab mir die selben Antworten. So konnte ich die für mich richtige Entscheidung treffen.
Gestern hatte ich ein Gespräch mit der Heimleiterin gehabt. Sie sagte mir auch, das es besser ist, das sie eingeschalfen ist. Denn somit sind ihr noch viele Qualen erspart geblieben.

Und trotzdem tut es weh.
Ich bin mir ganz sicher, das auch Du die richtige Entscheidung für Deine Mutter getroffen hast.
Auch Dir wünsche ich von ganzem Herzen ganz viel Kraft für die nächste Zeit.

Ganz liebe Grüße
Kerstin (sternchen)

PS: Gibt es bei Dir in der Nähe ein "Brückenteam"? Die helfen Dir in solchen Situationen weiter.
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