Meine Mom seit 14 Jahren im Wachkoma  (Gelesen 3406 mal)

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Offline Nicole26

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Hallo ihr Lieben, nach sehr langer Zeit wage ich es nun, mal wieder im Forum vorbeizuschauen. Leider ist hier auch schon lange Zeit niemand mehr zu Wort gekommen. Vor fast 6 Jahren schrieb ich hier zum ersten Mal und es bahnte sich eine lange Geschichte an. Damals war ich 21 Jahre und meine Mama befand sich damals 8 Jahre im Wachkoma. Nun sind es schon über 14 Jahre und ich mittlerweile fast 27. Viel Zeit ist vergangen und doch steht die Zeit irgendwie still. Ich hatte gehofft, dass ich alles einmal besser verarbeiten kann, aber die letzten Jahre haben mir etwas anderes bewiesen. Die Folgen des Schocks in meiner Kindheit sollte wohl doch noch hervortreten und mich auf harte Proben stellen. Einige habe ich gemeistert, einige habe ich aber auch verloren. Ich bin mir sicher, dass ich damit aber nicht die Einzigste bin. Wie geht es Euch? Es gab sicher viele Besucher seit 2012, als das Forum so langsam eingeschlafen ist. Meine Mama hatte außer einem großen und harten Tief die letzten Jahre recht stabil verbracht. Ich bin völlig sprachlos, dass ein Körper 14 Jahre so stark ist, zu überleben und sich doch an der Ausgangssituation nicht viel verändert hat. letztens fragte ich mich, wie wohl alles geworden wäre, wenn sie am 18.Mai 2001 diesen Herzinfarkt nicht gehabt hätte. Sie wollte so gern Enkelkinder haben. Nun hat sie mittlerweile 5 davon und keinem konnte sie wirklich Hallo sagen oder übers Haar streichen. Wie wäre sie jetzt mit 55 Jahren? Ist doch eigentlich ein schönes Alter. Sicher hat auch sie sich das alles anders vorgestellt. Ich hätte sie auch so gern noch viele Sachen gefragt. Sachen, die ich eben nach meinem 12. Lebensjahr für wichtig empfunden habe. Es gibt hier im Forum auch einige Mitglieder, die das Wachkoma als Herausforderung sehen, aber es schaffen und wollen, das Leben wie vorher einfach weiterzuleben. Ich habe es die 14 Jahre lang nur wenige Momente lang geschafft. Die Vergangenheit und Realität holt mich immer wieder ein und ich kann mit dem Schock von damals nicht abschließen. Manchmal hilft es ein wenig, dann mal seine Gedanken aufzuschreiben. Jemandem davon zu erzählen, den man nicht oder nicht zu gut kennt. Vielleicht höre ich ja mal wieder von Jemandem hier. Bis bald erstmal, mein Freund ist jetzt wieder nach Hause gekommen. LG


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